Viele Eltern in der Schweiz überlegen sich, ob sie für ihre Kinder eine Zahnzusatzversicherung abschliessen sollen. Auf den ersten Blick wirkt die Prämie oft sehr günstig, manchmal sogar im einstelligen Frankenbereich pro Monat. Doch entscheidend ist nicht, was eine Versicherung zu Beginn kostet, sondern welche Gesamtkosten bis zum 18. Lebensjahr entstehen und welche Leistungen abgedeckt sind.
Gerade im Kindes- und Jugendalter fallen die höchsten Zahnarztkosten an, insbesondere für Kieferorthopädie wie Zahnspangen. Eine Zahnspange kann mehrere tausend Franken kosten und ist ohne Zusatzversicherung eine grosse Belastung für das Familienbudget. Deshalb lohnt es sich, die Angebote genau zu vergleichen und langfristig zu denken.
Warum braucht man eine Zahnzusatzversicherung?
In der Schweiz deckt die obligatorische Krankenpflegeversicherung nur sehr wenige Zahnleistungen ab. Behandlungen werden nur übernommen, wenn sie die Folge einer schweren Erkrankung sind oder durch einen Unfall verursacht wurden. Normale Zahnbehandlungen wie Füllungen, Dentalhygiene oder Wurzelbehandlungen sowie kieferorthopädische Eingriffe wie Zahnspangen müssen Eltern selbst bezahlen.
Genau hier setzt die Zahnzusatzversicherung an. Sie springt ein, wenn hohe Kosten für Behandlungen entstehen, die im Alltag fast jedes Kind betreffen. Ob es um Kariesbehandlungen, regelmässige Zahnkontrollen oder die fast schon klassische Zahnspange im Teenageralter geht, eine Zahnversicherung kann Familien finanziell entlasten und Planungssicherheit schaffen.
Warum die Gesamtkosten entscheidend sind
Eine Zahnversicherung begleitet Familien über fast zwei Jahrzehnte. Selbst kleine monatliche Unterschiede summieren sich in dieser Zeit zu mehreren tausend Franken. Manche Produkte starten im Säuglingsalter mit sehr niedrigen Prämien, steigen aber ab dem Schulalter stark an. Wer sich nur an der günstigen Anfangsprämie orientiert, kann die Gesamtkosten massiv unterschätzen.
Für eine realistische Einschätzung ist es deshalb entscheidend, die Prämien von Geburt bis zum 18. Geburtstag zusammenzurechnen und ins Verhältnis zu den Leistungen zu setzen. Nur so lässt sich erkennen, ob eine Versicherung wirklich sinnvoll ist. Manche Produkte bleiben über die gesamte Laufzeit günstig, andere kosten das Doppelte oder Dreifache, obwohl die Leistungen vergleichbar sind.
Wichtig zu wissen: Ein späterer Wechsel ist kaum möglich
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die langfristige Bindung. Zahnzusatzversicherungen nehmen Kinder in der Regel problemlos auf, solange noch keine Zahnfehlstellungen oder laufenden Behandlungen bestehen. Sobald jedoch eine kieferorthopädische Behandlung wie eine Zahnspange begonnen hat, ist ein Wechsel zu einer anderen Versicherung praktisch ausgeschlossen.
Das bedeutet für Eltern: Die Wahl der Zahnversicherung ist eine Entscheidung, die sich über die gesamte Kindheit und Jugend auswirkt. Wer früh eine gute und passende Versicherung abschliesst, profitiert langfristig von stabilen Konditionen. Wer hingegen zu lange wartet, läuft Gefahr, dass eine Aufnahme abgelehnt wird.
Unterschiede zwischen den Versicherungen
Die Schweizer Zahnzusatzversicherungen unterscheiden sich stark in Preis und Leistung. Manche Anbieter setzen auf niedrige Prämien mit eher bescheidenen Maximalbeträgen, andere verlangen höhere Prämien, übernehmen dafür aber grössere Kostenanteile oder setzen höhere Jahreslimits.
Typische Leistungsunterschiede betreffen:
- Kieferorthopädie: Die wichtigsten Leistungen im Jugendalter. Abgedeckt werden je nach Anbieter 50 bis 75 Prozent der Kosten, allerdings oft nur bis zu einer Jahreshöchstsumme.
- Allgemeine Zahnbehandlungen: Dazu gehören Füllungen, Dentalhygiene oder Wurzelbehandlungen. Hier unterscheiden sich die Versicherungen im Prozentsatz der Kostenübernahme und in den jährlichen Maximalbeträgen.
- Unfallbedingte Zahnschäden: Diese sind teilweise bereits durch die Grundversicherung abgedeckt, einige Zahnversicherungen bieten aber erweiterten Schutz.
- Wartezeiten: Einige Versicherungen erstatten Leistungen erst nach einer bestimmten Karenzzeit, oft sechs bis zwölf Monate nach Vertragsbeginn.
Warum ein Vergleich unverzichtbar ist
Die Unterschiede zwischen den Anbietern können für Familien mehrere tausend Franken ausmachen. Während einige Produkte über die gesamte Laufzeit bis zum 18. Geburtstag nur wenige tausend Franken kosten, verlangen andere fast das Dreifache. Teuer bedeutet nicht automatisch besser, und günstig bedeutet nicht automatisch unzureichend.
Ein Vergleich lohnt sich besonders, weil:
- die Gesamtkosten entscheidend sind, nicht die Anfangsprämie,
- die Leistungen im Detail stark variieren,
- die Höchstbeträge im Ernstfall über die tatsächliche Entlastung entscheiden,
- und weil Eltern die Versicherung in der Regel bis zur Volljährigkeit des Kindes behalten.
Fazit
Eine Zahnzusatzversicherung für Kinder in der Schweiz kann eine sehr sinnvolle Investition sein. Sie schützt vor hohen Kosten für Zahnspangen und andere Behandlungen, die fast jedes Kind im Laufe der Jahre benötigt. Doch die Unterschiede zwischen den Anbietern sind gross, sowohl in den Prämien als auch bei den Leistungen.
Entscheidend ist deshalb nicht, was die Versicherung im ersten Jahr kostet, sondern welche Gesamtsumme bis zum 18. Geburtstag anfällt und welche Leistungen dafür geboten werden. Wer die Prämien und Leistungen sorgfältig vergleicht, kann mehrere tausend Franken sparen und gleichzeitig sicherstellen, dass das Kind im Bedarfsfall gut abgesichert ist.
FAQs
Eine Zahnversicherung sollte nicht im Babyalter abgeschlossen werden, sondern rechtzeitig bevor die bleibenden Zähne durchbrechen. Viele Versicherungen haben ein Höchstalter, bis zu dem der Abschluss ohne Zahnattest möglich ist, meist zwischen 3 und 7 Jahren. Eltern sollten sich daher frühzeitig über die Fristen der gewünschten Krankenkasse informieren und die Versicherung rechtzeitig vor diesem Stichtag abschliessen.
Nein. Zahnspangen und kieferorthopädische Behandlungen sind nicht von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung gedeckt, ausser sie sind Folge einer schweren Erkrankung oder eines Unfalls.
Ein Wechsel ist nur möglich, solange keine laufende Behandlung besteht. Sobald eine Zahnspange oder andere kieferorthopädische Therapie begonnen hat, lehnen die meisten Versicherungen eine Aufnahme ab.
Nicht alle Leistungen sind gedeckt. Häufig ausgeschlossen sind rein ästhetische Eingriffe wie Zahnaufhellungen oder kosmetische Korrekturen ohne medizinische Notwendigkeit. Auch Behandlungen, die vor Versicherungsbeginn geplant oder begonnen wurden, werden in der Regel nicht übernommen.
Die Kosten für eine Zahnspange bewegen sich oft zwischen CHF 8 000.– und 15 000.–, abhängig von Dauer und Art der Behandlung. Ohne Zusatzversicherung müssen Eltern diese Summe selbst tragen. Mit einer passenden Versicherung werden je nach Produkt 50 bis 75 Prozent davon übernommen, allerdings bis zu einer bestimmten Jahreshöchstsumme.
Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind gross – und ein späterer Wechsel ist kaum möglich. Unsere Experten helfen Ihnen, Leistungen richtig zu vergleichen, Kostenfallen zu vermeiden und eine Versicherung zu wählen, die Ihr Kind langfristig schützt.
Unsere Experten beantworten nicht nur Ihre individuellen Fragen, sondern unterstützen Sie auch dabei, die nächsten Schritte klar zu definieren, Fallstricke zu vermeiden und gut vorbereitet in die letzten Schwangerschaftswochen zu gehen.